304 Seiten
EUR 20.80 sFr 36.20
ISBN 978-3-89965-348-9
Hamburg: VSA 2009
Impulse für eine geschichtsbewusste moderne Linke.
Die Vereinigung einer in Deutschland lange Zeit gespaltenen Linken ist ein historisches Ereignis, das dazu zwingt, sich der eigenen Tradition neu zu vergewissern. Gerade nach den Erfahrungen mit der neoliberalen Entsorgung von Geschichte wird ein gesellschaftliches Projekt der politischen Linken nur eine Zukunft haben, wenn sich seine Akteure ihres geschichtlichen Ortes bewusst sind.
Allerdings herrscht beim Umgang mit der Tradition viel Verlegenheit, die mit alten geschichtlichen Fronten zusammenhängt. Die PDS hatte immer noch Schwierigkeiten, bei der Bestimmung ihres einzubringenden Erbes die richtigen Namen zu nennen: Stalin gehört zweifellos nicht dazu, aber Lenin? Dann kam die WASG hinzu mit vielen ehemaligen Sozialdemokraten. Will sie die SPD beerben, d.h. ihr die Tradition streitig machen? Da die SPD nun selbst im Niedergang begriffen ist, nachdem schon die kommunistischen Parteien ihren Einfluss verloren haben, haben wir es also mit einem Epochenumbruch der sozialistischen Bewegung und ihrer Idee überhaupt zu tun.
Darüber hinaus zeigt die derzeitige Finanz- und Umweltkrise, dass zugleich die neoliberale Epoche zu Ende geht - eine ungeheure Zuspitzung der Situation. Auch die Liberal-Konservativen sind zutiefst verunsichert. Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Ende der alten Linken und dem des Neoliberalismus? Gehörten beide nicht - gerade in ihrem Gegensatz - zusammen? Handelt es sich also um eine überholte Front, die jetzt wegbricht? Edelbert Richter sichtet die Tradition der Linken nach Orientierungen für diese gegenwärtigen Herausforderungen.




